Kannegießerei.
Das Alter Bismarcks schützt diesen nicht vor der Thorheit seiner
Gegner.
Es giebt Throne, die wie Medicin sind, indem sie dem keine Freude bereiten,
der sie einnimmt.
Der rothe Republikaner agitiert in's Blaue hinein.
Politik verdirbt den Charakter. Manche Diplomaten können daher
von Glück sagen daß sie keinen Charakter haben.
Als Richard III. sein Königreich für ein Pferd bot, hat er
den Werth seines Königreichs doch sehr überschätzt.
Paris haßte die Deutschen nie glühender, als an dem Tage,
wo es von ihnen eingenommen war.
Nicht Jeder, der in seinem Vaterlande nichts gilt, ist deshalb ein Prophet.
Verliert ein adliger Verbrecher den Adel, so müßte dieser
sofort einem bürgerlichen Verbrecher verliehen werden.
Es gehört viel Geistesgegenwart dazu, den Geist der Gegenwart zu
verehren.
Der Agrarier will uns einreden, daß sein Gut schlecht ist.
Wie ungeschickt ist mancher Gesandte!
Man kann nicht sagen: Der Soldat zieht in den Krieg. Denn er wird in
den Krieg gezogen.
In Paris wüthet die Absinthfluth unausgesetzt.
Die Präsenzliste vieler Kongresse ist die Liste derjenigen, die
keine Zukunft haben.
Die Agrarier widersprechen sich, denn sie erwarten vom Bimetallismus
das goldene Zeitalter.
Frankreich versucht das Unlogische, nämlich den Dreibund zu entzweien.
Ein bekanntes Sprichwort sollte richtiger lauten: Wo der Kaiser ist,
hat Nichts sein Recht verloren.
Zu den militärischen Festen werden zuerst die Kanonen geladen.
Die Bimetallisten ärgern sich den ganzen Tag darüber, daß
die Morgenstunde Gold im Munde hat.
Die gesetzgebenden Versammlungen sind so fleißig, daß wir
bald gesetznehmende brauchen werden.
Die Bimetallisten thun für das Handwerk nichts, weil es einen goldenen
Boden hat.
Die Anarchisten sind Diogenesse, welche Menschen suchen, die sie an
die Laterne hängen können.
"Noch ist Polen nicht verloren!" Aber weshalb suchen es denn die Polen
fortwährend?
Die Sozialisten verlangen nichts weiter, als daß die Decke sich
nach den Menschen strecken soll.
Vorläufig hat jeder Bauer am Sonntag nur das Hühnchen im Topf,
welches er mit den Agrariern zu pflücken hat.
Auf dem Schlachtfeld, aber auch nach Abschluß des Friedens bleiben
die Feinde.
Anders als Karl Moor sagen die Könige: Ich fühle eine Faust
in meiner Armee.
Daß es so viele Deutschenfresser giebt, beweist mir nur, daß
wir nicht so roh sind.
"Es soll der Sänger mit dem König gehen." Allerdings muß
es ein Sänger sein, der nicht gerne sitzt.
Wer sein Vaterland nicht liebt, geht nach Amerika, ohne auszuwandern.
An den Waffen der Soldaten hat der Bürger schwer zu tragen.
Der Staat hat so viele Gerichte aufzuweisen, keines aber verringert
dem Bürger die Nahrungssorgen.
Auch das Verleihen von Orden sollte einmal vom Wuchergesetz geprüft
werden.
Es ist eine traurige Thatsache, daß das deutsche Reich nur drei
freie Städte hat.
In jedem Parlament bildet sich eine Majorität, aber dann merkt
man nicht immer, daß sie gebildet ist.
Menschen und Kanonen gleichen sich darin, daß die vernagelten
nichts taugen.
Die Dunkelmänner haben Recht: es existirt, bei Licht besehen, keine
Finsterniß.
Der Papst hat nie erklärt: Nach Berlin gehen wir nicht! Er hat
es aber auch nie gethan.
Die Zeiten sind nicht männlicher geworden, wenn es auch keine Armbrüste
und Arkebusen mehr giebt.
Ein Beweis dafür, daß die Todesstrafe nicht abschreckt, ist,
daß es Scharfrichter giebt.
Namentlich den Kanonen sollte man das Futter höher hängen.
Rußland ist das Nachtland, das zwischen Abend- und Morgenland
liegt.
Europa sieht den Splitter im Auge Afrikas, aber nicht den Balkan im
eigenen.
Wenn die Regierung einen Rückschritt macht, geht immer etwas vor.
Nie hat der Staat mehr für die Frauen gethan, als indem er verbot,
sie zu politischen Vereinen zuzulassen.
Im Zukunftsstaat werden die Ersten die Verletzten sein.
Die Allen als Rothe bekannten Agitatoren wollen am allerwenigsten Farbe
bekennen.
Wie uncivilisirt Europa ist, beweist die gute Aufnahme, die Li-Hung-Tschang
gefunden.
Die Bezeichnung Vorredner trifft den Nagel auf den Kopf. Es wird in
Parlamenten viel vorgeredet.
Ich bewundere Berlin, nicht, weil es so groß geworden, sondern
weil es so klein gewesen ist.
Der Byzantinismus ist der Cäsarenwahn der Unterthanen.
Komisch ist, daß Bürgerliche in den niederen Adel erhoben
werden.
Es ist leichter ein Volk, als sich selbst zu beherrschen.
Der Scheiterhaufenbrief war ein Uriasbrief, den Stöcker an sich
selbst geschrieben hat.
Auch das Besteigen gewisser Throne sollte man nicht unternehmen, ohne
sich anseilen zu lassen.
Die Friedensfreunde wünschen nichts, als daß den Soldaten
ein für allemal "Stillgestanden!" kommandirt würde.
Wenn die Soldaten nicht so gelehrige Schüler der Unteroffiziere
wären, so gäbe es bald keine groben Unteroffiziere mehr.
Wie würde sich der Soldat freuen, wenn er nichts als den Marschallstab
im Tornister trüge!
Der sozialistische Zukunftsstaat will das Faustrecht und das Gretchenrecht.
Die Welt wäre viel sauberer, wenn es keine Schwertfeger gäbe.
Der Frieden verspricht uns goldene Berge, der Krieg Grabhügel.
Daß die Wahrheit anderswo als in der Mitte liegen könnte,
wird das Centrum nie zugeben.
"Der Zweck heiligt die Mittel." Merkwürdig genug, daß die
Jesuiten eigentlich mittellos sein sollen.
"Etwas bleibt immer hängen," sagte der Denunziant und warf einen
Blick auf den Orden in seinem Knopfloch.
Der leere Wagen, den ein Fürst zum Leichenbegräbniß
eines Dieners sendet, zeigt, wie leer diese Form ist.
Der Haß der Anarchisten gegen das Kapital entsteht meist daraus,
daß sie bei dem Kapital keine Gegenliebe fanden.
Wie die Wiener Studenten alle jüdischen für feige, könnten
diese jene sämmtlich für Helden erklären.
Im Himmel giebt es keine Tyrannen. Sonst könnten wir uns wohl nicht
unter freiem Himmel aufhalten.
Nach gewissen Enthüllungen aus unseren Kolonien könnte man
sagen: Wir besseren Menschen sind doch Wilde.
Das Huhn im Topf, welches Heinrich IV. den Bauern versprach, war eine
Ente.
Also predigt Stöcker: Lerne, Dich Lügner nennen zu hören,
ohne zu klagen.
Jeder Geßlerhut ist ein Zündhütchen.
Man setze Lueger in den Sattel, herunterfallen wird er schon können.
Die Polizei schreitet oft aus, wenn sie einschreitet.
Es giebt unter den Orthodoxen Falschmünzer, die aus echtem Gold
falsche Münzen herstellen.
Rußland sieht in der Karte der Türkei nur eine Speisekarte.
Selbst der ungehorsamste Kronprinz folgt seinem Vater.
Mene, Menelik, tekel upharsin.
Die Friedensfreunde werden wohl noch einsehen, daß ihr Schrei
"Die Waffen nieder!" fortwährend den Frieden stört.
Auch die ödesten Reaktionäre verlangen Preßfreiheit,
aber bei den schönen Frauenhänden.
Frankreich hat jetzt ein Kabinet Méline. Es fehlt nur noch ein
Herr, und der Hermelin zum Königreich ist da.
Die Kriegslazarette sind die Zeughäuser der Friedensfreunde.
Die Agrarier sagen: Wenn der Staat unsere Schulden bezahlt, verbessert
er unsere Güter.
Daß gestrenge Herren nicht lange regieren, ist ein schlechter
Trost, sie sollten überhaupt nicht regieren.
Es giebt Orden, die mit ihrem Träger geschmückt sind.
Nur ganz große Männer erleben ihre Unsterblichkeit.
Liebäugelei nach oben ist widerlich, aber die Haßäugelei
nach oben ist es auch.
Der Hunger ist gewissen Agitatoren ein gefundenes Fressen.
Der Freiheit eine Gasse! Das ist doch eine zu weit getriebene Bescheidenheit.
Für das Volk kann von oben herab viel geschehen, es ist aber wichtig,
daß dies nicht von oben herab geschieht.
Vielleicht wird der Zar Väterchen genannt, weil er ein gar so kleiner
Vater ist.
Wer die Bevölkerungszahl eines Landes nach Seelen angiebt, übertreibt
immer.
Ein Thron ist leicht bestiegen, aber beim Abstieg passirt oft ein Unglück.
Ein Staat, welcher leidet, daß seine Lehrer darben, ist der eigentliche
Hungerleider.
Das Huhn im Topf legt man bekanntlich Heinrich dem Vierten in den Mund
und nicht jedem Bauern.
Das Papstthum ist stark, weil es nicht zwei päpstliche Stühle
giebt, zwischen die der Papst sich setzen könnte.
Es giebt leider noch sehr viel "Männerstolz vor Königsthronen,"
wenn auf diesen kein König sitzt.